Auf dem Bahide-Arslan-Platz in Kiel-Gaarden entsteht derzeit ein großflächiges Bodenkunstwerk, das den gesamten Platz einbezieht. Das Motiv geht aus dem Projekt „Gedenken-Gestalten-Leben“ hervor, das im Rahmen des Kulturförderprogramms „Interventionistische Kunst im öffentlichen Raum in Gaarden“ realisiert wurde.
Bewohner*innen des Stadtteils beteiligten sich umfassend an der Auseinandersetzung mit der Frage, wie der Platz als Ort des Erinnerns an die drei Todesopfer Bahide Arslan, Yeliz Arslan und Ayşe Yılmaz gestaltet werden kann. Die drei Frauen kamen bei einem rassistischen Brandanschlag in Mölln in der Nacht vom 22. auf den 23. November 1992 ums Leben. Drei Punkte, die symbolisch für die Opfer stehen, bilden den gestalterischen Ausgangspunkt. Von ihnen gehen konzentrische Kreise aus, die sich über den gesamten Platz ausbreiten.
Das Kunstwerk wird von der Künstler*innengruppe „Gedenken-Gestalten-Leben“ umgesetzt, die zuvor bereits das interventionistische Projekt verantwortete. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln für Kunst im öffentlichen Raum.
Ziel der Gestaltung ist es, einen Ort zu schaffen, der zum Innehalten und Nachdenken anregt und gleichzeitig die optische und atmosphärische Qualität des Platzes stärkt. In einem nächsten Schritt soll eine vom Kultur- und Bauausschuss beschlossene Informationsstele installiert werden. Sie soll Passant*innen über den Anlass der Platzbenennung sowie über die vor Ort befindliche Skulptur „Schiffskörper“ des Kieler Bildhauers Ben Siebenrock informieren. Die Aufstellung der Stele ist für das kommende Jahr vorgesehen.
Die dafür notwendigen vorbereitenden Tiefbauarbeiten – darunter Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit – wurden bereits 2024 abgeschlossen. Zudem wurde der Bereich verkehrsberuhigt, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und mehr Raum zum Verweilen zu schaffen.
