In den Kieler Stadtteilen Gaarden und Suchsdorf wird die unterirdische Infrastruktur für die Abfallentsorgung modernisiert. Nach 13-jähriger Nutzungsphase ersetzt der Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel (ABK) die im Jahr 2013 in Betrieb genommenen Unterflurbehälter im LEG-Wohnquartier am Theodor-Heuss-Ring / Ecke Ostring (Gaarden) durch neue Modelle. Das Investitionsvolumen für diese Maßnahme beläuft sich auf rund 250.000 Euro.
Insgesamt werden in Gaarden 33 Behälter ausgetauscht, darunter 22 für Restabfall und 11 für Papier mit einem Fassungsvermögen von jeweils drei bis fünf Kubikmetern. Die Montage erfolgt durch ein spezialisiertes Unternehmen. Durch die geschlossene Bauweise der Systeme soll unter anderem der Aufwand für die Rattenbekämpfung gesenkt werden. Für den Zeitraum der Bauarbeiten sichern temporär aufgestellte 1.100-Liter-Ersatzbehälter an den elf Standplätzen die Entsorgung. Der Rückbau der Altanlagen begann am 11. Mai, gefolgt von vorbereitenden Tiefbauarbeiten. Seit dem 18. Mai werden die neuen Sammelsysteme schrittweise installiert und direkt wieder in Betrieb genommen. Weitere vier Behälter werden im Sukoring im Stadtteil Suchsdorf für rund 20.000 Euro erneuert; diese ersetzten die dortigen Anlagen aus dem Jahr 2015.
Kiels Oberbürgermeister Dr. Samet Yilmaz befürwortet den Einsatz der Technologie: „Wir machen uns stark für ein sauberes Kiel! Gaarden und andere Stadtteile profitieren von den unterirdischen Sammelbehältern für Abfall enorm. Die Behälter bieten viele Vorteile. Sie sind sauber, platzsparend, geruchsarm und gelten als rattensicher. Wir hoffen, dass Interessierte wie Planende und Bauende auf Unterflursysteme setzen oder umrüsten. Damit kann eine innovative Abfallentsorgung in Kiel gelingen.“
ABK-Werkleiter Christian Schmitt verweist auf die langfristige Planungssicherheit: „Die Unterflursysteme haben sich bewährt, da sie viel Volumen auf wenig Raum bieten und so das Stadtbild positiv beeinflussen. Mit dem Austausch sorgen wir dafür, dass die Entsorgung in Gaarden auch in den nächsten zehn Jahren zuverlässig und sauber funktioniert.“
Eigenschaften und Funktionsweise von Unterflursystemen:
Unterflurbehälter lagern den Abfall unterirdisch, sodass oberirdisch lediglich die Einwurfsäulen sichtbar bleiben. Ein Behälter mit bis zu fünf Kubikmetern Fassungsvermögen kann bis zu 40 Standard-Mülltonnen oder fünf große Rollcontainer ersetzen, was zu einer Platzersparnis an der Oberfläche führt.
Hygiene: Die niedrigeren Temperaturen im Erdreich reduzieren die Geruchsentwicklung im Sommer und verhindern das Einfrieren des Abfalls im Winter. Das geschlossene System minimiert zudem den Zugang für Ungeziefer und erschwert Vandalismus sowie die illegale Entsorgung von Sperrmüll.
Barrierefreiheit: Die Konstruktion weist eine niedrige Einwurfhöhe auf, um auch Kindern, älteren Menschen und Rollstuhlnutzenden eine barrierefreie Bedienung zu ermöglichen.
Wirtschaftlichkeit und Logistik: Das große Gesamtvolumen führt zu selteneren Leerungsintervallen. Dies reduziert die Lärmbelastung und die CO₂-Emissionen der Müllfahrzeuge. Die Entleerung erfolgt mittels Kranfahrzeugen, was die körperliche Belastung des Entsorgungspersonals senkt.
Verbreitung und Kostenstruktur in Kiel: Aktuell befinden sich in Kiel 163 Unterflurbehälter für Restabfall, Papier und Leichtverpackungen an 41 Standorten in 16 Stadtteilen. Davon wurden 17 Standorte bei Bestandsgebäuden nachgerüstet und 24 Standorte direkt bei Neubauprojekten realisiert. Weitere Anlagen sind im Bau oder in der Planung, unter anderem an den Werftbahnterrassen, bei „Kool Kiel“ und an der Hörn. Finanziell sind Unterflursysteme aufgrund einer zusätzlichen Gestellungsgebühr zur Refinanzierung über eine Laufzeit von zehn Jahren teurer als reguläre Mülltonnen. Ein Kostenvergleich des ABK zeigt den Unterschied: Die jährlichen Gebühren für fünf herkömmliche 1.100-Liter-Restabfallbehälter bei zweiwöchentlicher Leerung betragen 7.226,40 Euro. Ein 5.000-Liter-Unterflurbehälter für Restabfall beläuft sich im gleichen Zeitraum auf insgesamt 7.890 Euro.
Informationen und ein Leitfaden für Bauherr*innen stehen auf der Webseite des Abfallwirtschaftsbetriebs zur Verfügung. Für Rückfragen bietet der Betrieb zentrale Kontaktmöglichkeiten per Telefon und E-Mail sowie einen direkten Ansprechpartner für das Segment Unterflursysteme an. Wer Interesse an Unterflursystemen hat, findet hier Informationen. Dort ist auch ein Leitfaden für Bauherr*innen abrufbar. Telefonisch ist der ABK erreichbar unter der Kieler Telefonnummer 5854-0 oder per E-Mail service@abki.de. Ansprechpartner für Unterflursysteme beim ABK ist Arne Fröhlich. Er ist erreichbar unter der Kieler Telefonnummer 5854-149 oder per E-Mail an arne.froehlich@abki.de.
Ursprünglicher Pressetext:
Landeshauptstadt Kiel, Pressereferat;
Pressesprecherin Kerstin Graupner
Redaktion der ursprünglichen Meldung: Catharina Fehrendt-Lorenzen,
Telefon (0431) 901-2579;
E-Mail presse@kiel.de
Pressemeldungen der Stadt: hier klicken.
