Antragsteller: Initiative "Smart Gaarden"

Unter dem Titel „Digitalisierung als Chance und Herausforderung für Gaarden“ veranstaltete die neu gegründete Initiative „Smart Gaarden“ am 20.9. im Rahmen der Digitalen Woche Kiel 2017 eine Hausmesse mit anschließender Podiumsdiskussion. Gefördert wurde die zweigeteilte Veranstaltung durch den Verfügungsfonds Gaarden mit Mitteln der Sozialen Stadt.

Tag der offenen Tür

In entspannter Atmosphäre konnten die Besucher bei Kaffee und Kuchen die Räumlichkeiten des Coworkingspaces "Dein Raum" und "K34-Makery" im Kirchenweg besichtigen und hatten die Möglichkeit, dort entstehende Projekte kennenzulernen. Vorgestellt wurde eine breite Palette an Gaardener Startups und Start-up-Ideen, darunter die Initiative „Freifunk“, deren Ziel ein flächendeckendes freies WLAN-Netzwerk ist, der 3D-Drucker der K34-Makery sowie „Disco“, ein kybernetisches Kunstprojekt. Viele der Projekte verdeutlichten die entstehenden Möglichkeiten der kreativen Zusammenarbeit verschiedener Expertisen. So wurde für das Scannen von 3D-Modellen statt einer teuren neuen High-Tech-Kamera die Kamera einer kinect mit einem Drehtisch kombiniert. Auch ein Projekt, das sich dem Problem von Schimmelentwicklung in schwer zugänglichen Orten wie Orgeln widmet, kommt mit einfachen Mitteln wie einer UV-Lampe und einem internetfähigen Handy aus.

Im Anschluss des Tages der offenen Tür fand eine Podiumsdiskussion in der Türkischen Gemeinde in Schleswig- Holstein (TGSH) statt. Dabei wurden Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für Gaarden erörtert. Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren:
– Wolfgang Schulz, Gaardener Runde
– Dirk Hoffmeister, K34-Makery
– Thilo Pfennig, Gaarden Funkt!
– Prof. Dr. Dettmers, FH Kiel, Projekt CONNECT-ED
– Alfred Bornholm, Sozialverband Kiel
Die Moderation der Podiumsdiskussion erfolgte durch Lisa Buddemeier (PantaRhei Training) und Dr. Cebel Küçükkaraca (Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in SH und Gastgeber der Veranstaltung). Es wurde darauf hingewiesen, dass bei der voranschreitenden Digitalisierung im Stadtteil Gaarden auch an sozial schwächere Bürger zu denken sei, diese mit einbezogen werden sollen und dadurch neue Perspektiven geschaffen werden sollem. Auch Wolfgang Schulz betonte, wie wichtig es ist, die Spaltung zwischen Experten und sozial Benachteiligten zu eliminieren, dazu „braucht es Menschen die
sich kritisch damit auseinandersetzen“. Kritisch diskutiert wurde das Thema Digitalisierung auch im Hinblick auf die Entwicklung für die Arbeitswelt. Sowohl die Gefahren der ständigen Erreichbarkeit mit der möglichen Folge von Burnout wurden thematisiert als auch die Veränderung der Arbeitswelt an sich. Dirk Hoffmeister beschrieb, wie man in der digitalen Berufswelt bestehen kann. Dazu wird ein gutes Selbstmanagement und eine hohe Frustrationstoleranz benötigt. Sodas ein Bewusstsein für die Veränderung geschaffen werden muss und es Lösungen braucht, damit bei der Ablösung von Arbeitskräften durch die Technik nicht sozial Benachteiligte immer zuerst unter den Tisch fallen, betonte Alfred Bornheim. Prof. Dr. Dettmers pflichtete bei, die Digitalisierung dürfe dabei nicht weiter dazu beitragen die soziale Ungleichheit zu verstärken, außerdem muss „sie dazu dienen in der analogen Welt zusammenzukommen“. Dass in der Digitalisierung schon jetzt für Gaarden auch einiges erreicht wurde, betonte Dirk Hoffmeister und verwies dabei auf Projekte wie das Feinstaubprojekt und Freifunk.
Prof. Dr. Dettmers äußerte, dass die Digitalisierung kein Selbstzweck sein dürfe, sondern vielmehr als Mittel gegen Vereinsamung gesehen werden kann. Er verwies dabei auf das Projekt CONNECT-ED, welches Senioren einen niedrigschwelligen Einstieg in die Welt der Digitalisierung ermöglicht und es dabei schafft, die Menschen auch vor Ort zusammenzubringen. Albert Bornheim wies darauf hin, dass man noch mehr Wege finden muss, um die Gaardener aktiver an der Digitalisierung teilhaben zu lassen. Foren und andere soziale Netzwerke sieht er als Möglichkeit, um den Gaardenern eine Plattform zu bieten, auf der sie mitwirken können, um weitere Projekte anzustoßen, die den Bedürfnissen des Stadtteils entsprechen. Er betonte dabei die Wichtigkeit, so gewonnene Erkenntnisse auch praktisch
umzusetzen. Die Grundstimmung war zum Ende positiv. So betonte Thilo Pfennig die bereits bestehenden Orte wie die K34-Makery, bei der sich Menschen mit Ideen und verschiedenen Expertisen miteinander vernetzen, um diese zu realisieren. Auch Wolfgang Schulz sieht diese Initiativen als Schritte in die richtige Richtung. Das Potential, um Initiativen zusammen kommen zu lassen, bestehe
bereits. Dass in Gaarden bisher bereits eine gute Infrastruktur bestehe, bemerkte Alfred Bornheim, auch Prof. Dr. Dettmers klinkte sich ein, wenn man die Digitalisierung und Vernetzung in Gaarden schaffe, dann schaffe man es überall.

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