Vinetaplatz
Das Rote Sofa
Elisabethstraße
Werftparktheater

Gaarden, am Ostufer der Hörn gelegen, ist ein traditioneller Arbeiterstadtteil, der nach wie vor eng verknüpft ist mit der Werftindustrie. Die Bebauung mit einem großen Bestand an mehrgeschossigen Altbauten im gewachsenen Viertel ist hoch verdichtet, die Wohnungen sind überwiegend klein. Gaarden ist ein junger, multikultureller Stadtteil mit einem regen Vereinsleben und einem der größten Nebeneinkaufszentren Kiels; allerdings auch mit der höchsten Quote an Empfänger von Transferleistungen und Ausländer im Fördergebiet. Im Stadtteil leben rund 20.000 Einwohner, davon knapp 7.500 mit Migrationshintergrund und von diesen über 5.000 ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Die internationalen Bräuche und Spezialitäten, die sie mitbringen, tragen zu der heutigen, besonderen Atmosphäre, die den Stadtteil ausmacht, bei.

Gaarden entstand aus den beiden Dörfern Hemminghestorpe und Wulvesbrooke am Ostufer der Förde. Im Laufe des 15. Jahrhunderts bürgerte sich für beide Orte der Name Gaarden ein, weil dort große Flächen als Gärten verpachtet waren. Dabei unterschied man zwischen „Klösterlich Gaarden“ nördlich des Baches Mühlenau, das zum Kloster Preetz gehörte, und „Fürstlich Gaarden“, das zum Herzogtum Holstein gehörte und sich auf der anderen Seite der Mühlenau erstreckte. Trotz der Wasserlage war Gaarden lange Zeit ein Bauerndorf.

1867 wurde am Gaardener Ufer die Norddeutsche Werft errichtet, später Germania-Werft genannt. Seit dieser Zeit hat sich die ländliche Dorfidylle zu einem wichtigen Standort der Werftindustrie gewandelt. Für die Werften wurde die Gaardener Steilküste abgetragen und das Ufer verbaut. Die Arbeiter der Werften suchten Wohnraum in Gaarden, sodass die Einwohnerzahl des Dorfes von 1865 bis 1880 von 400 auf über 8.000 Menschen stieg. Die alten Bauernhäuser wichen Mietshäusern, neue Straßen wurden angelegt. Viele von ihnen sind nach Kriegsschiffen benannt, zum Beispiel die Medusastraße, die Blitzstraße oder der Vinetaplatz. Aus Gaarden entstand ein Arbeiterwohngebiet, welches 1901 nach Kiel eingemeindet wurde (Gaarden-Süd 1910). Bis heute ist der Stadtteil vom Auf und Ab der Werftindustrie geprägt. Besonders der Strukturwandel zur Dienstleistungsgesellschaft hat den Stadtteil hart getroffen.