Mitten auf dem Campus steht ein grauer, wuchtiger Hochbunker (Baujahr 1943), der seit 2006 mit viel Liebe und Engagement von Studierenden der Fachhochschule Kiel umgebaut und hergerichtet wurde. Nun ist aus dem ehemaligen Kriegsbunker eine Kultur- und Begegnungsstätte für die Fachhochschule und den Ortsteil entstanden.

In drei großen Bauabschnitten wurde mit finanzieller Unterstützung des Präsidiums, der Staatskanzlei, des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ und weiterer Spon¬soren ein Raum geschaffen, in dem Ausstellungen, Lesungen und Konzerte einen Platz finden, der ein Cafe und ein Kino beherbergt, der Feiern in kleinem Rahmen zulässt und in dem sich Studierende während und nach den Vorlesungen treffen und verweilen können.

Seit 2006 fanden bislang acht „Bunker-D Wochen“ statt. Hierbei reihten sich jeweils für gut eine Woche Veranstaltung an Veranstaltung. Theater, Musik, Ausstellungen sowie weitere kulturelle Highlights – viele Künstler haben sich schon im und für den Bunker engagiert.

Die neunte „Bunker-D Woche“ ist im Oktober 2011 geplant. Sie soll zeitnah zu den Interdisziplinären Wochen stattfinden. Jeder Studierende ist herzlich eingeladen, bei der Organisation und Vorbereitung mitzuwirken.

Erste Eindrücke des Bunkers der Fachhochschule Kiel sind unter www.bunker-d.de oder natürlich direkt vor Ort im Bunker zu gewinnen. Dienstag und Mittwoch sind Bunker-Tage! Das Café und Casino sind jeden Dienstag und Mittwoch von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Getränke und Speisen in einmaliger Atmosphäre zu Studipreisen.

Bei Fragen und Interesse rund um den Bunker-D wenden Sie sich bitte per E-Mail an bunker-d@fh-kiel.de oder melden sich per Telefon unter 0431 210-1610 oder  0431 210-1611.


Die Fachhochschule Kiel hat 2009 mit ihren Leitsätzen einen anzustrebenden Zielzustand formuliert, dessen Realisierung Aufgabe aller Mitglieder der Hochschule sein soll. Leitsatz 7 besagt: „Unsere Hochschule nimmt ihren Kulturauftrag in Stadtteil und Region an.“

Ein Beitrag zu dieser komplexen Herausforderung ist die Herrichtung des Bunker-D als Kultur- und Kommunikationszentrum auf dem Campus der Hochschule. Mit den im Bunker hergerichteten Räumlichkeiten werden seitdem regelmäßig Veranstaltungsformate angeboten, die die Attraktivität des Stadtteils erheblich gesteigert haben. Durch dieses neue Kulturangebot, das sich frei und unbeeinträchtigt entwickeln konnte, wurde im Stadtteil Neumühlen-Dietrichsdorf ein weiteres Integrationsangebot geschaffen, das Raum für freie Projekte, kulturelle Initiativen und Begegnungen für alle sozialen Gruppen bietet. Gemeinsam mit der Alten Gießerei, dem Mediendom, der Sternwarte und der Computerschausammlung wird die Attraktivität des Stadtteils erhöht.

Im Frühjahr 2008 konnten entsprechend dem vorgezogenen Maßnahmenbeginn ein teilzeitbeschäftigter Mitarbeiter und mehrere studentische Hilfskräfte eingestellt werden, die das Bunker-D-Projekt professionell betreut haben. Entsprechend der Planung wurden die baulichen Konzeptionen umgesetzt, so dass bis zum Jahresende die Betonarbeiten für den Einbau des Aufzuges abgeschlossen wurden. In allen vier Etagen wurden die Einstiegstüren zur Aufzugskabine in die Flurwände und die Durchfahrt in die drei Geschossdecken geschnitten. Bedingt durch diese Bauarbeiten waren ein Betrieb und Veranstaltungen ausgeschlossen. Die Herrichtung eines Kinos wurde begonnen, Kino-Sessel und weitere Ausstattungsgegenstände beschafft. Aus den Fördermitteln wurden die technische Ausstattung und das fehlende Mobiliar beschafft. Aus den Bauunterhaltungsmitteln der Hochschule konnten kurzfristig neue Fenster in die Nordfassade eingebaut wer-den.

Nach Abschluss der Bau- und Herrichtungsarbeiten wurde das neue „Kultur- und Kommunikationszentrum Bunker-D“ im April 2009 offiziell eröffnet. Als „Bunker-Team“ betreuen unter der Leitung eines hauptamtlichen Hochschulmitarbeiters mehrere studentische Hilfskräfte und ehrenamtliche Helferinnen und Helfern die Angebote im Bunker. Als regelmäßige Veranstaltungen werden im Bunker-D mittwochs der „Bunker-Day“ mit ganztägiger Öffnung und das Bunker-Kino in Kooperation mit dem Kommunalen Kino organisiert. Jeweils im Sommer- und im Wintersemester fanden mehrtägige „Bunker-Wochen“ statt - mit Live-Konzerten, Lesungen, Theater und anderen Kulturveranstaltungen. Die „Fünfte“ Bunker-Woche wurde im November 2009 erfolgreich durchgeführt und es wurde beschlossen, dieses Veranstaltungsformat weiterzuführen. In der „Galerie im Bunker“ wurden vier Ausstellungen realisiert, die Künstlerinnen und Künstlern sowie den kunstinteressierten Kielern einen neuen attraktiven Ort der Begegnung boten. Das nun erfolgreiche Nutzungskonzept mit der Herrichtung eines Cafés, eines Kinos, einer Galerie und eines Bühnenraums konnte erst mit den Mitteln des Förderprogramms „Soziale Stadt“ verwirklicht werden.

Auch im Jahr 2010 bereicherte der Bunker-D das Campus-Leben. Mit Projektende des Modellvorhabens „Soziale Stadt“ (1. Quartal 2010) verstetigte sich sein Betrieb. Der „Bunker-Day“ konnte auf den Dienstag ausgeweitet werden, der Bunker ist jetzt an zwei Tagen in der Woche geöffnet. Acht Ausstellungen füllten die Räume der Galerie. Einen kleinen Überblick über diese inspirierenden, skurrilen oder durch die besondere Location außergewöhnlichen Ausstellungen bietet die Internetseite des Bunker-D (www.bunker-d.de . Wie im Jahr zuvor wurden erneut im Sommer- und Wintersemester mehrtägige „Bunker-Wochen“ mit Live-Konzerten, Lesungen, Theater und anderen Kulturveranstaltungen durchgeführt. Während der „Siebten“ Bunker-Woche wurde eine Afrika-Benefiz-Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Gender-Institut der Fachhochschule durchgeführt, die einen Spendenbeitrag von nahezu Eintausend EURO für ein afrikanisches AIDS-Waisenhaus erbracht hat.

Das Interesse der Öffentlichkeit an diesem Projekt, dem Bunker-Gebäude und den kulturellen Angeboten ist seit der Eröffnung kontinuierlich gestiegen. Die sozialen Verbände, wie der Dietrichsdorfer Gesprächskreis, der Trägerverein der Stadtteilbibliothek u.a. haben Veranstaltungen im Bunker durchgeführt. Die Böll-Stiftung war mit ausländischen Stipendiaten, die in ihren Heimatländern in den Diplomatischen Dienst eintreten werden, im Bunker für den Abschlussabend einer Kiel-Exkursion zu Gast. Diese wenigen Beispiele belegen, wie die besondere Verbindung zwischen ehemaligem Kriegsbunker und der neu etablierten Kultur auch für die interessierte Öffentlichkeit an Bedeutung gewinnt. Auch die Nachfrage nach den Räumlichkeiten durch Hochschulangehörige – sowohl durch Studierende als auch durch Lehrende und Nichtwissenschaftler – stieg erheblich. Viele haben den Bunker in einer der „Bunker-Wochen“ kennengelernt. Die Café- und Kinoangebote werden gut genutzt und der Bekanntheitsgrad des Bunkers wächst durch die öffentliche Wahrnehmung. Auf der Website www.bunker-d.de sind Informationen über das Projekt und die aktuellen Angebote dargestellt.

In der Bauplanung ist für das Jahr 2012 vorgesehen, den Haupteingangsbereich auf die Südfassadenseite zu verlegen und eine neue Eingangssituation zu schaffen. Es soll eine neue Eingangstür eingebaut und der dort liegende Erdgeschossraum zum Foyer hergerichtet werden. Die Fenster der Südfassade sollen erneuert werden, um den Wärmeverlust zu mindern und die Geräuschdämmung zu optimieren. Die vor dem neuen Eingang liegende Grünfläche soll als Freiraum und ansprechende Ruhezone gärtnerisch hergerichtet und mit ansprechenden Sitzmöglichkeiten ausgestattet werden. Mit diesen Arbeiten wird der Bunker-D vollständig hergerichtet sein.