Programm Soziale Stadt auf dem Kieler Ostufer

Was ist die „Soziale Stadt“?

Die "Soziale Stadt" ist seit 1999 die kurze Bezeichnung für ein Städtebauförderungsprogramm zur Stabilisierung und Aufwertung städtebaulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligter und strukturschwacher Stadt- und Ortsteile.

Stärker als in anderen Kieler Stadtteilen ist das Kieler Ostufer durch städtebauliche und freiraumbezogene Missstände, Arbeitslosigkeit, ein hohes Armutsniveau sowie eine Konzentration von Menschen mit Migrationshintergrund gekennzeichnet. Aktuell gibt es zwei Soziale Stadt-Fördergebiete in Kiel: das Fördergebiet Ostufer/Gaarden und das Fördergebiet Neumühlen-Dietrichsdorf.

Ziel dieses Programms ist es, die Lebenssituation der Bewohner*innen durch die Projekte der „Sozialen Stadt“ zu verbessern und zukunftsfähig zu gestalten. Die Finanzierung wird zu gleichen Teilen von Bund, Ländern und Kommunen getragen.

Was fördert die Soziale Stadt?

Die „Soziale Stadt“ ist ein Städtebauförderungsprogramm, das hauptsächlich investive/bauliche Maßnahmen in das Wohnumfeld und in die Infrastrukturausstattung fördert. Zusätzlich wird als Programmbegleitung und wesentlicher Erfolgsfaktor ein Stadtteilmanagement in Gaarden und Neumühlen-Dietrichsdorf gefördert (Büro Soziale Stadt Gaarden und Neumühlen-Dietrichsdorf). Außerdem finanziert die Soziale Stadt als „weiche“ Maßnahme die Verfügungsfonds in Gaarden (seit 2016) und in Neumühlen-Dietrichsdorf (seit 2019).

Kernelement der „Sozialen Stadt“ ist ihr integrierter Ansatz. Eine möglichst

  • breite Beteiligung und Mitwirkung der vor Ort lebenden Bürger*innen/Akteur*innen am Stadtteilgeschehen durch das Stadtteilmanagement sowie

  • eine ressortübergreifende Verknüpfung der städtebaulichen Investitionen mit anderen Mitteln, so dass die Entwicklung in den Stadtteilen nicht nur baulich, sondern auch sozial, ökologisch und ökonomisch erfolgen kann.

Förder­grundlagen

Im „Integrierten Entwicklungskonzept Kieler Ostufer 2014-2018“ (IEK Ostufer 2014-2018) sind Ziele und Maßnahmen der Sozialen Stadt auf dem Kieler Ostufer  festgelegt. Auf dessen Grundlage wurden im Jahr 2014 die beiden Soziale Stadt-Fördergebiete Kieler Ostufer/Gaarden und Neumühlen-Dietrichsdorf festgelegt.
Für das Fördergebiet Neumühlen-Dietrichsdorf gilt als Fördergrundlage die Teilfortschreibung IEK Ostufer 2014-2018 (Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 BauGB für das Gebiet Kiel Neumühlen-Dietrichsdorf).
Für das Fördergebiete Gaarden wird eine Fortschreibung des IEK Kieler Ostufer 2014 -2018 auf Basis einer Vorbereitenden Untersuchung wird angestrebt, um potentiell weitere Baumaßnahmen fördern zu können. Einen wichtigen Baustein für die angestrebte Fortschreibung des IEK Kieler Ostufer werden die Ergebnisse der Entwicklungsstrategie Gaarden hoch 10 liefern.
Die Koordination des Programms „Soziale Stadt“ liegt beim Amt für Wohnen und Grundsicherung, das eng mit den Büros Soziale Stadt, dem Stadtplanungsamt und allen an den Projekten beteiligten Ämtern, Akteur*innen und Einrichtungen zusammenarbeitet.

Förder­gebiet Soziale Stadt Gaarden

Seit Beginn der Förderung im Jahr 2000 konnten in Gaarden, mit Hilfe der „Sozialen Stadt“, wichtige Verbesserungen durch soziale Infrastrukturprojekte, die Aufwertung von Wohnumfeld sowie der Erholung dienenden Freizeitflächen/Grünanlagen erreicht werden (u.a. Sport- und Begegnungspark Gaarden, Umgestaltung des Werftparks, des Ida-Hinz-Parks, des Brooks, Neubau der Hans-Christian-Andersen-Stadtteilschule).
Das Fördergebiet in Gaarden umfasst seit 2015 vor allem Gaarden-Ost. Schwerpunktbereiche dort sind die weitere Aufwertung des Sport- und Begegnungsparks mit der zukünftigen Neugestaltung des Areals Sommerbad Katzheide, die Umgestaltung der Verbindungen von Gaarden zur Innenstadt sowie die Aufwertung des Stadtteilzentrums mit dem Ziel, dass Gaarden als innerstädtisches Quartier wahrgenommen wird.

Förder­gebiet Soziale Stadt Neumühlen-Dietrichsdorf

Zum Programm Soziale Stadt zählt seit Ende 2014 Neumühlen-Dietrichsdorf. Der Antrag auf Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm war ein Ergebnis des im Frühjahr 2014 vorgelegten Integrierten Entwicklungskonzepts Ostufer (IEK Ostufer 2014). Das IEK Ostufer zeigte einerseits die vielfältigen Potentiale des nördlichsten Stadtteils auf dem Ostufer auf, die dort zusammengefassten Sozialdaten weisen andererseits auf die Gefahr einer Fehlentwicklung hin. Ebenso zeigte die im IEK beschriebene Bestandsaufnahme hinsichtlich des öffentlichen Raums Defizite auf.
Der im IEK Ostufer festgestellte Förderbedarf für den nordöstlichen Teil des Ostufers wurde in Abstimmung mit dem Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein auf den Stadtteil Neumühlen-Dietrichsdorf eingegrenzt, da die Förderung über die „Soziale Stadt“ dort als Chance gesehen wird, die Lebensbedingungen im Stadtteil zu verbessern.