Antragssteller: Lokale Roma Aktionsgruppe Kiel im Europarats-Programm ROMED2, Christoph Leucht

Der Romakulturdialog fand am 12. Dezember 2016 in der Mensa der Hans-Christian-Andersen-Schule statt und bot allen Teilnehmenden die Gelegenheit, zugezogenen Bürgern aus Bulgarien kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen. Auf der Veranstaltung fand ein choreographischer Dialog unter dem Konzept "knotunknot" von Dana Casperssen statt, sowie eine aus Hamburg stammende Roma-Band Musik spielte.

In der ersten Runde des Dialogs wurden Fragen über gemeinsame Werte, bezogen auf die Nachbarschaftsposition, gestellt. Es wurde schnell deutlich, dass diese immer sehr ähnlich sind. Im Anschluss fand die zweite Dialogrunde statt. Für diese wurden kleinere Gruppen gebildet, indenen über persönliche Erlebnisse und Wahrnehmungen gesprochen wurde. Jede Gruppe aus Roma und Nichtroma Nachtbarn wurden dabei von einer Dolmetscherin unterstützt, sodass die sprachliche Verständigung sichergestellt werden konnte. Zum Abschluss gab es noch Musik einer exta aus Hamburg angereisten makedonischen Roma-Band.

Zwei Tage später, am 14. Dezember 2016 fand am Vinetaplatz der Info- und Planungsworkshop mit Dr. Biser Alekov, bulgarischer Roma aus Brüssel statt. Dr. Alekov stellte die Methoden und Ergebnisse seine selbstorganisierte Sozialraumstudie vor. Ziel der Studie war es, genau herauszufinden, wie hoch der Anteil von in Brüssel lebenden Roma ist und in welcher Branche diese arbeiten bzw. ob diese betteln müssen. Im Anschluss wurde diskutiert, ob und wie eine solche selbstorganisierte Studie auch in Gaarden organisiert werden könnte.

Vorbereitet wurde der gesamte Workshop, indem der Leiter der Kieler Roma-Aktionsgruppe Asan Nazif ab dem 14. November jeden Montag in der Cafeteria der Mensa der HCA einen Roma-Kultur-Klub von 17:00 bis 19:00 Uhr durchführte. Im Besonderen wurden Jugendliche aus Romafamilien angesprochen. Es wurden Kontakte geknüpft, vertrauensvolle Beziehungen entwickelt und die Eltern der Jugendlichen zum Romakulturdialog eingeladen.

Die gaardener aktiven Vereine, Gemeinden und Organisationen und deren Mitglieder wurden per E-Mail oder persönlich eingeladen. Ebenso verlief bei den Mitarbeitern der Schulen und den Eltern der SchülerInnen, sowie des Ortsbeirats und der Verwaltung.

 

Erreichte Ziele und Nutzen des Projekts:

Am Romakulturdialog nahmen etwa 50 Personen teil, davon ca. die Hälfte Roma. Am Workshop, der zwei Tage später, am 14. Dezember statt fand, nahmen 20 Personen teil. Beide Veranstaltungen konten wie geplant und mit der erwarteten Teilnehmerzahl durchgeführt werden. Für die Bewohner Gaardens, Roma und Nicht-Roma bot die Veranstaltung Romakulturdialoge an, wodurch die Gelegenheit entstand, miteinander ins Gespräch zu kommen und bestehende Vorurteile zu überwinden.

Im Anschluss gab es von vielen Seiten positive Rückmeldungen und den Wunsch einer Wiederholung.
Die im Workshop am 14.12. vorgestellte Studie aus Brüssel wäre auch für Gaarden interessant. Leider gäbe es aber nicht genügend aktive Roma, um diese auch hier durchzuführen. Die lokale Roma-Aktionsgruppe arbeitet jedoch schon in eine Kooperation mit dem Landesverband
Deutscher Sinti und Roma. Sie bemühen sich, aktive Roma in Gaarden zu finden und ihr
Engagement zu fördern. Die Gruppe bleibt im Kontakt mit dem Büro Soziale Stadt Gaarden und
verfolgt die Idee der Umsetzung weiter.
Der seit dem 14.11. als Vorbereitung auf den Romakulturdialog durchgeführte Romakulturclub, trifft sich jeden Montag in der HCA. Es handelt sich um ein Projekt, welches die ROMED-Gruppe in Dortmund seit September 2016 sehr erfolgreich umsetzt. Dort treffen sich wöchentlich 60 bis 80 Romakinder- und Jugendliche zum Lernen und zum Tanzen. In Kiel wurde der Club bis zum Frühjahr 2017 erst montags und dann samstags angeboten. Leider wird das Angebot von den Roma nicht auf gleicher Weise angenommen, sodass er zum April 2017 eingestellt wurde. Die ehrenamtliche Beratung von Roma durch den Anleiter der Romagruppe Asan Nazif läuft weiter. Herr Nazif ist mittlerweile außerdem als Bildungsberater für den Landesverband Deutscher Sinti und Roma in Neumünster tätig und arbeitet dort vor allem mit rumänischen Romafamilien.